Familienvielfalt, Kinderbücher und Zoo-Vergnügen am IFED 2021

Heute wurde weltweit der «International Family Equality Day» (IFED) gefeiert. In der Schweiz begingen Regenbogenfamilien den Tag unter anderem mit einem Zoobesuch sowie der Lesung von LGBTIQ* inklusiven Kinderbüchern.

Heute Sonntag, 2. Mai, feierten Regenbogenfamilien rund um die Welt den zehnten «International Family Equality Day» (IFED) – einen jährlich stattfindenden Tag, der ganz im Zeichen der Vielfalt steht. Er gibt Regenbogenfamilien die Gelegenheit, sichtbar zu werden, sich selbst zu stärken sowie für Gleichberechtigung einzustehen. Der IFED 2021 wurde in 214 Städten in 67 Ländern begangen, was einen neuen Rekord darstellt. Zum ersten Mal waren dieses Jahr etwa Vertreter*innen aus der Türkei, Vietnam, Lettland, Usbekistan und Eritrea mit von der Partie.

IFED 2021: Selbstbewusst und stolz sein

Das IFED-Motto lautete «Familien – authentisch am besten». Damit wurde betont, wie wichtig es für Regenbogenfamilien ist, authentisch und stolz auf sich selbst sein zu können – und zwar unabhängig von Zusammensetzung, Herkunft und rechtlichem Status. «Es spielt keine Rolle, wie der Begriff Familie definiert wird», sagt IFED Co-Präsidentin Benny Odongo (Kenya). «Im Zentrum steht die Familienbande, die wir aufgebaut haben und pflegen.» Mitgefeiert hat auch Zeynel Abidin aus Ankara. Für ihn steht fest, dass «wir – in der Türkei, in der Welt – zwar noch einen langen Weg vor uns haben.» Die Denkweisen aber würden sich ändern. «Gemeinsam und solidarisch werden wir weiterhin Fortschritte erzielen und ein Umfeld erschaffen, in dem wir alle authentisch sein und unser Bestes geben können.»

Zoo-Besuch und Kinderbuchlesung

In der Schweiz wurde der IFED mit verschiedenen Aktivitäten begangen, die vom Dachverband Regenbogenfamilien (DVRF) organisiert worden waren. In Zürich zum Beispiel besuchten heute mehrere Familien den Zoo, wo Eltern und Kinder die neue Lewa-Savanne entdeckten und gemeinsam ein Picknick, eine Kinderbuch-Lesung sowie die weiteren Attraktionen des Zoos genossen. In der Romandie trafen sich mehrere Familien zu einem Beisammensein im Parc de la Vaudaire in Lausanne-Vidy. «Es war ein grossartiger Tag!», sagt DVRF-Vorstandsmitglied Roberto Nihil über die Westschweizer IFED-Feier. «Die Kinder spielten zusammen, die Teenager verbrachten gemeinsam Zeit im Skatepark und wir Erwachsenen konnten uns in einer fröhlichen, ausgelassenen und inklusiven Atmosphäre austauschen und gegenseitig unterstützen.»

Familienvielfalt in neuen Kinderbüchern

Demgegenüber wurde in Bern etwas vorgefeiert: Bereits gestern Vormittag trafen sich mehrere Regenbogenfamilien im Stadtzentrum, wo sie sich der Regenbogenfahnen am Bahnhof sowie am Regierungsgebäude «Erlacherhof» erfreuten. Die Fahnen seien extra für den Aktionsmonat «LIKEƎVERYONE» gehisst worden, erklärt Sabine Molls von den Berner Regenbogenfamilien. «Für uns Berner*innen markiert der IFED den Start in diesen städtischen Aktionsmonat für mehr Sichtbarkeit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt.» Danach ging es – stets unter Einhaltung der Corona-Regeln – weiter in die Buchhandlung «QueerBooks». Dort wurden in einer Lesung die neuen Kinderbücher «Hundemüde» und «Früh am Morgen» vorgestellt. Die Werke erscheinen in allen vier Landessprachen und werden vom Dachverband Regenbogenfamilien zur Feier seines 11. Jubiläumsjahres verlegt. Am Nachmittag schliesslich besuchten Eltern und Kinder die Ausstellung «Queer – Vielfalt ist unsere Natur» im Naturhistorischen Museum.

IFED 2021 – ein voller Erfolg

Für die 11-jährigen Maurus und Zeno, Kinder aus einer Berner Regenbogenfamilie, war es ein toller IFED-Tag. «Alle Familien sind normal», sagen sie. «Wir fanden es cool, die Regenbogenfahnen am Bahnhof zu sehen und dann selbst mit einer Fahne in der Stadt unterwegs zu sein. Es war super, dass die Menschen uns sowohl in der Buchhandlung als auch im Museum so gesehen haben.» Auch Sabine Molls ist vom IFED 2021 begeistert. «Der Tag hat mich sehr berührt. Die Einbettung in den Aktionsmonat «LIKEƎVERYONE», das Zusammensein, die Sichtbarkeit, die Menschen im Museum und wir mit Regenbogen-Gesichtsmasken mittendrin – das war schön und gibt Mut und Energie für den weiteren Weg bis zur Gleichstellung aller Familien.»

Weitere Informationen:
Kinderbücher «Hundemüde» und «Früh am Morgen»
Schweiz https://www.regenbogenfamilien.ch/mm-ifed-2021/
International: https://internationalfamilyequalityday.org

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International Family Equality Day (IFED)
Der International Family Equality Day (IFED) wird jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai gefeiert. Es finden weltweit verschiedene Veranstaltungen zur Feier von Familienvielfalt (family equality) statt. Mit den Feiern wird zur Anerkennung aller Familien aufgerufen und ein symbolisches Zeichen zur Solidarität gesetzt. Der Europarat anerkennt den IFED als wichtiges Instrument zur Bekämpfung von Homo- und Transphobie[1]. Der International Family Equality Day wurde 2012 das erste Mal gefeiert. Die Trägerschaft über den IFED hat der gleichnamige Verein nach Schweizer Recht mit Sitz in Genf.

Dachverband Regenbogenfamilien
Der national tätige Verein vertritt seit 2010 die Interessen von Regenbogenfamilien in der Schweiz und setzt sich für deren gesellschaftliche Anerkennung und rechtliche Gleichstellung ein. Der Dachverband bietet Beratungen und Treffen für Regenbogenfamilien und LGBTIQ*-Menschen mit Kinderwunsch an und organisiert Workshops und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Regenbogenfamilien. Regenbogenfamilien sind Familien, in denen sich mindestens ein Elternteil als lesbisch, schwul, bi, trans* oder queer (LGBTQ) versteht.

[1] https://rm.coe.int/16806942c5

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