Zugang zur Samenspende begrenzt sich auf Samenbank

Der Dachverband Regenbogenfamilien freut sich über das hervorragende Resultat bei der Abstimmung zur Erweiterung des Antidiskriminierungs-Artikels. «Die Schweiz setzt ein deutliches Zeichen dafür, dass der Schutz und die totale Gleichstellung für Lesben, Schwule und Bisexuelle dringend nötig ist», sagt Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbandes Regenbogenfamilien. Deshalb müsse auch die Ehe für alle mit tatsächlich den gleichen Rechten für alle umgesetzt werden, wie sie auch heterosexuelle Paare haben, so von Känel. «Dies bedeutet auch, dass lesbische, verheiratete Paare Zugang zur Samenspende erhalten müssen», sagt Maria von Känel. «Für die politische Diskussion ist es wichtig anzuerkennen, dass sich der Zugang zur Samenspende in der Schweiz auf die geregelte und etablierte Nutzung von Samenbanken begrenzt», erklärt von Känel.

Es kommt in der Schweiz zwar immer wieder vor, dass heterosexuelle oder lesbische Paare oder auch Singlefrauen direkt bei einem privaten Spender eine Samenspende erhalten. Diese sogenannte Bechermethode oder private Samenspende birgt aber gesundheitliche und rechtliche Risiken. «Da lesbische Paare keinen Zugang zu Samenbanken in der Schweiz haben und für manche mehrmalige Reisen ins Ausland organisatorisch und finanziell nicht möglich sind, sehen sie sich manchmal gezwungen, eine private Samenspende in Anspruch zu nehmen», erklärt Maria von Känel. Die Frauen können sich dabei allerdings mit HIV oder anderen Krankheiten anstecken. Auch rechtlich gibt es viele Unsicherheiten, da die private Samenspende vom Gesetzgeber in der Schweiz weder für heterosexuelle noch für homosexuelle Frauen vorgesehen ist.

Kinder dürfen in der Schweiz immer den Spender erfahren

«Wird in der Frühjahrssession die Ehe für alle im Nationalrate diskutiert, wird es deshalb auch nur um den Zugang zur Samenspende für lesbische Paare unter Anspruchnahme von Samenbanken gehen», erklärt Maria von Känel. Das Verfahren über Samenbanken ist für heterosexuelle Paare bereits zugänglich. Es ist genau geregelt und gut etabliert. Dazu gehört auch, dass Kinder, die durch eine Samenspende gezeugt werden, im Erwachsenenalter erfahren dürfen, wer der Spender ist.

Der Zugang zur Samenspende ist auch mit der Elternschaft ab Geburt verknüpft. Dies ist besonders wichtig, weil damit das langwierige und teure Verfahren der Stiefkindadoption entfällt. Die derzeitigen Wartezeiten und Verfahrensdauern führen dazu, dass die Kinder schlecht abgesichert sind, wenn vor Abschluss des Verfahrens dem leiblichen Elternteil etwas zustösst. Deshalb fordern die LGBT-Verbände auch eine Ehe für alle, die Familien und Kinder rechtlich gut absichert.

Kinder in Regenbogenfamilien wachsen normal und glücklich auf

«Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung gibt es immer mehr Frauenpaare, die sich einen Kinderwunsch erfüllen», sagt Christian Iten, Kommunikationsverantwortlicher des Dachverbandes Regenbogenfamilien. «Kinder aus Regenbogenfamilien wachsen ebenso normal und glücklich auf wie Kinder mit gegengeschlechtlichen Eltern», sagt Iten.

Die «Ehe für alle» geniesst im Parlament grossen Rückhalt. Auch der Bundesrat hat sich kürzlich für die Vorlage ausgesprochen. Einziger Diskussionspunkt ist noch der Zugang zur Samenspende für lesbische Ehepaare. Der Dachverband Regenbogenfamilien ist angesichts der genannten Gründe überzeugt, dass eine Mehrheit im Parlament die dringende Notwendigkeit erkennen wird, die sogenannte «Variante» mit der Samenspende in die Vorlage aufzunehmen. In der Rechtskommission des Nationalrates RK-N wurde eine entsprechende Mehrheit nur äusserst knapp mit einer mangelnden Stimme verfehlt. Doch die Überzeugungsarbeit geht weiter und seit den letzten Wahlen sind die Chancen für den Erfolg sowieso noch weiter gestiegen.

Themenfotos zum Thema Regenbogenfamilien sind erhältlich von Keystone-Fotograf Gaëtan Bally unter https://visual.keystone-sda.ch.

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Christian Iten,                                                     Maria von Känel
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Dachverband Regenbogenfamilien
Der national tätige Verein vertritt seit 2010 die Interessen von Regenbogenfamilien in der Schweiz und setzt sich für deren gesellschaftliche Anerkennung und rechtliche Gleichstellung ein. Der Dachverband bietet Beratungen und Treffen für Regenbogenfamilien und LGBTIQ*-Menschen mit Kinderwunsch an und organisiert Workshops und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Regenbogenfamilien. Regenbogenfamilien sind Familien, in denen sich mindestens ein Elternteil als lesbisch, schwul, bi, trans* oder queer (LGBTQ) versteht.

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