Hälfte der Regenbogenfamilien entstehen durch Samenspende

Die Rechtskommission des Nationalrates hat heute die Vernehmlassung für den Gesetzesentwurf zur «Ehe für alle» eröffnet. Die Kommission stellt insbesondere zur Diskussion, ob verheiratete lesbische Frauen Zugang zur künstlichen Befruchtung erhalten sollen. Der Dachverband Regenbogenfamilien favorisiert diese Möglichkeit klar. Denn rund die Hälfte der Regenbogenfamilien in der Schweiz werden durch eine Samenspende gegründet. Der Verband ist zuversichtlich, dass die Vernehmlassung die Wichtigkeit der tatsächlichen Gleichstellung von heterosexuellen und homosexuellen Ehepaaren unterstreichen wird. Gemischtgeschlechtliche Ehepaare haben im Falle von Unfruchtbarkeit heute bereits die Möglichkeit, im geregelten Rahmen auf Samenspenden zurückzugreifen.

«Wir haben in den letzten Wochen von einer überwältigenden Zahl von Politikerinnen und Politikern, Verbänden, Organisationen und Fachstellen das klare Feedback erhalten, dass lesbische Paare mit der Eheöffnung selbstverständlich genau die gleichen Rechte erhalten sollen wie heterosexuelle Paare», sagt Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbands Regenbogenfamilien. «Selbst wenn wir das Resultat der Vernehmlassung nicht vorwegnehmen können, wären wir mehr als erstaunt, wenn mit der ‹Ehe für alle› auch bezüglich Zugang zur künstlichen Befruchtung nicht ebenfalls gleiche Rechte für alle geschaffen würden», so von Känel.

Samenspende häufigste Methode
Dass Kinder in unterschiedlichsten Familienkonstellationen mitunter von gleichgeschlechtlichen Eltern erzogen werden, ist schon lange Realität. Hochrechnungen zufolge leben in der Schweiz aktuell zwischen 6’000 und 30’000 Kinder in sogenannten Regenbogenfamilien. Zu beachten gilt, dass die Hälfte der Regenbogenfamilien durch eine Samenspende gegründet werden. Dies hat eine Umfrage mit 884 Teilnehmenden im Jahr 2017 ergeben. Demnach gehen 33 Prozent der Samenspenden auf eine Samenbank im Ausland zurück. 17 Prozent der Samenspenden stammen von privaten Spendern. Lediglich 31 Prozent der Kinder in Regenbogenfamilien stammen aus vorangegangenen heterosexuellen Beziehungen.

Kinder wachsen normal und glücklich auf
Der Dachverband Regenbogenfamilien verweist darauf, dass die Entwicklung von Kindern, die bei gleichgeschlechtlichen Paaren aufwachsen, seit 40 Jahren erforscht wird. Es hat sich gezeigt: Entscheidend für das Wohlergehen der Kinder sind die Beziehungsqualität sowie das Klima in der Familie, nicht das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung der Eltern. Grundvoraussetzung dafür ist die Verfügbarkeit mindestens einer konstanten Bezugsperson, die dem Kind emotionale Wärme und Halt gibt, ein tragfähiges soziales Umfeld schafft und es in seiner individuellen Entwicklung unterstützt. Vor diesem Hintergrund ist es für das Wohl des Kindes unerheblich, ob es in einer Familie mit gegengeschlechtlichen Eltern, einer Einelternfamilie oder einer Regenbogenfamilie aufwächst.

Weitere Informationen im Argumentarium unter www.regenbogenfamilien.ch/argumentarium-ehe-fuer-alle-all-inclusive
Medienmitteilung NR RK: Vernehmlassung zur Ehe für alle eröffnet

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Christian Iten,                                                     Maria von Känel
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Dachverband Regenbogenfamilien
Der national tätige Verein vertritt seit 2010 die Interessen von Regenbogenfamilien in der Schweiz und setzt sich für deren gesellschaftliche Anerkennung und rechtliche Gleichstellung ein. Der Dachverband bietet Beratungen und Treffen für Regenbogenfamilien und LGBTIQ*-Menschen mit Kinderwunsch an und organisiert Workshops und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Regenbogenfamilien.

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