Die Erleichterung ist gross

Die Öffnung der Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare wird Realität! Das Referendum gegen die geplante Gesetzesänderung kommt nicht zustande.

Mit grosser Freude und Dankbarkeit nimmt der Dachverband Regenbogenfamilien zur Kenntnis, dass das Referendum gegen die Öffnung der Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare nicht zustande gekommen ist. Im vergangenen Juni sprach sich das Parlament deutlich für eine Änderung des Schweizer Adoptionsrechts aus – die Stiefkindadoption sei auch gleichgeschlechtlichen Paaren zu gewähren. Gegen diesen Entscheid ergriff das überparteiliche und überkonfessionelle Komitee «Nein zu diesem Adoptionsrecht» das Referendum, um eine Volksabstimmung zu erzwingen. Ab heute steht fest, dass es dem Komitee nicht gelungen ist, die erforderlichen 50’000 Unterschriften fristgerecht zu sammeln.

Rechtliche Absicherung für Tausende Kinder in der Schweiz

«Wir sind erleichtert und überwältigt», sagt Martin della Valle, Co-Präsident des Dachverbands Regenbogenfamilien. «Ein Referendum hätte die unsichere rechtliche Situation Tausender Kinder in der Schweiz unnötig verlängert und Regenbogenfamilien weiterhin diskriminiert. Nun fühlen wir uns anerkannt.» Fortan erhalten gleichgeschlechtliche Eltern und deren Kinder den dringend notwendigen rechtlichen Schutz, der für heterosexuelle Familien selbstverständlich ist. So stellt die neue Gesetzesbestimmung zum Beispiel sicher, dass Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, im Todesfall Anspruch auf Waisenrente oder im Trennungsfall Anspruch auf Unterhalt haben.

Wertvolle Hilfe, die Mut macht

Für den Dachverband Regenbogenfamilien ist die Anpassung des Adoptionsrechts auch eine wichtige und schöne Anerkennung seiner Tätigkeit. «Durch unsere Öffentlichkeitsarbeit konnten wir die Schweizer Familienpolitik aktiv mitgestalten. Es gelang uns, sowohl die Politik als auch die Bevölkerung für unsere Bedürfnisse und Anliegen zu sensibilisieren», sagt Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbands Regenbogenfamilien. «Wir konnten zeigen, dass Regenbogenfamilien Teil der Schweizer Gesellschaft sind und derselben Anerkennung und Absicherung bedürfen wie andere Familien auch.» Die wachsende Akzeptanz von Regenbogenfamilien wird für Chatty Ecoffey, Co-Präsidentin des Dachverbands, auch durch den Kanton Genf illustriert, der im neuen Schuljahr die Anmeldeformulare der Schulen dahingehend angepasst hat, dass auch gleichgeschlechtliche Eltern berücksichtigt werden: «Das Genfer Erziehungsdepartement unterstützt eine Schule, die die Familienvielfalt reflektiert. Dadurch nimmt es eine Pionierrolle ein, die wir sehr begrüssen.»

Einen besonderen Dank richtet der Dachverband an die Organisationen Pro Familia, Pro Juventute, das Netzwerk Kinderrechte Schweiz sowie die Schweizer LGBTIQ*-Community. «Seit Beginn durften wir von vielen Seiten wertvolle Unterstützung erfahren – das hat uns stets ermutigt und gestärkt,» sagt Maria von Känel. «Umso mehr freuen wir uns nun auf die künftige Zusammenarbeit.»

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